HoferVolksfeste

Geschichte

 Die Geschichte des Hofer Volksfest's

Das Feiern hat in Hof eine lange Tradition - und ist in den Archiven akribisch festgehalten. Vor mehr als 20 Jahren hat sich Hanns Hofmann auf die Suche nach den Wurzeln des Hofer Volksfests gemacht - und ist dabei auf viele andere verbürgte Feiern gestoßen, bei denen sich die Hofer vergnügten. In der "Kulturwarte", einem Hofer Blatt, das bis in die 90er-Jahre von der Frankenpost gedruckt wurde, hat er sich des Themas angenommen. Eine historisch interessierte Leserin hat uns jene Abhandlung als Quelle zur Verfügung gestellt.
 

Am weitesten zurück geht demnach wohl die Geschichte des Sommerjahrmarkts, der auch in diesen Tagen wieder in der Ludwigstraße abgehalten wird. Als "Laurentiusmarkt" taucht er erstmals in einer Urkunde aus dem Jahr 1319 auf. Sechs Tage lang wurde hier seit dem Mittelalter Handel getrieben, Gaukler sorgten für Belustigung.

Ein "Volksfest" war das allerdings nicht - genauso wenig wie der Hofer Schlappentag in seinen Anfängen: Den gibt es zwar seit der Gründung der Privilegierten Scheiben-Schützen-Gesellschaft 1432, er blieb jedoch bis ins 20. Jahrhundert hinein eine Veranstaltung allein für Schützen.

Die haben auch schon vor 500 Jahren das gesellschaftliche Leben in der Stadt bestimmt. Chronist Enoch Widman schreibt: "Anno 1540, am sontag nach Egidii, den 5. septembris, ist das grosse schiessen allhie angefangen und gehalten worden, welches viel frembde leut aus anderen städten und flecken besuchet haben."

 

Schützen als Veranstalter

 

Die Schützengesellschaft war es auch, die das erste Hofer Volksfest abhielt: Die Einweihung ihres Schützenhauses am heutigen Standort der Freiheitshalle im September 1861 feierte sie mit einem großen Fest auf den Kalksteinbruchäckern des Hospitals - dem heutigen Festplatz.

Eine jährlich wiederkehrende Einrichtung wurde das Fest damals aber noch nicht. Erst 1898 gab es Bestrebungen eines Schwabacher Unternehmers, ein Volksfest "mit Glücks- und Schaubuden, Carrousells, Bierschänken, Musik und einem Luftballonaufstieg" zu veranstalten. Der Stadtmagistrat jedoch lehnte das ab.

Sieben Jahre später, 1905, wollten die Hofer Schützen parallel zu ihrem Hauptschießen wieder ein Volksfest abhalten. Da dem Verein viele wichtige städtische Persönlichkeiten angehörten, musste der Magistrat dem zustimmen. Sechs Jahre lang trat nun die Schützengesellschaft als Veranstalter auf, 1912 hat diesen Part die Stadt übernommen.

Unser Bild aus dem Jahr 1914, das als heimatkundliche Aufnahme ebenfalls in der "Kulturwarte" abgedruckt wurde, gilt als älteste bekannte Fotografie des Volksfestes. Eine Enkelin von Gastwirt und Bierbrauer Michael Lehnert hat es uns zur Verfügung gestellt. Wenige Tage, nachdem diese Aufnahme entstanden ist, wurde in Sarajewo der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand erschossen - einer der Auslöser des Ersten Weltkrieges.



 
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